Im Internet tummeln sich immer mehr schwarze Schafe, die auf Kosten der Konsumenten verdienen wollen - und immer mehr Österreicher tappen tatsächlich in eine der zahlreichen Fallen, die es beim Online-Shopping gibt. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht des Internet Ombudsmann für 2008 deutlich auf.
Ganze 7.353 Beschwerdefälle wurden 2008 beim Internet Ombudsmann (Ombudsmann.at) mit der Bitte um Unterstützung und außergerichtliche Streitschlichtung gemeldet. Das gelingt den Experten des Internet Ombudsmann auch in den meisten Fällen. Insgesamt löste das Ombudsmann-Team im Jahr 2008 so Streitfälle im Wert von 887.000 Euro.
Im soeben abgeschlossenen ersten Quartal 2009 stieg die Anzahl der beim gemeldeten Probleme sprunghaft an. Im März 2009 wurden erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Streitschlichtungsstelle über 1.000 Beschwerden innerhalb eines einzigen Monats eingereicht. Im gesamten ersten Quartal waren es 2.757 Beschwerden (1. Quartal 2008: 1.716 Beschwerden).
Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann: “Wenn die negative Entwicklung des ersten Quartals so weiter geht, könnten 2009 über 11.000 Streitschlichtungsfälle mit enormen Schadenssummen auf uns zukommen. Das wäre ein Anstieg von Problemen beim Online-Shopping um beinahe 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.”
Eine Erklärung für den dramatischen Anstieg sehen die Experten des Internet Ombudsmann in der Wirtschaftskrise, die eine Hochsaison für unseriöse Online-Anbieter und Betrüger bringt: Preise und Zusatzkosten werden immer öfter verschleiert, gleichzeitig gehen die Konsumenten bei der Suche nach dem billigsten Angebot auch immer öfter vermeidbare Risiken ein.
“Auch Probleme bei der Einhaltung der Lieferzeit und schlechte Kundenbetreuung kommen derzeit wieder öfter vor. Die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage dürfte bei vielen Online-Shops Sparmaßnahmen mit sich bringen, die zu Lasten der Kunden gehen”, so Jungwirth.
Im laufenden Jahr wird der Internet Ombudsmann den Schwerpunkt seiner Arbeit auf umfassende Konsumenten-Information für alle Altersgruppen legen, um Probleme schon zu verhindern, bevor sie überhaupt erst entstehen. Die auf der Webseite des Ombudsmann einsehbare Watchlist der “schwarzen Schafe” unter den Online-Anbietern soll ausgebaut und stärker kommuniziert werden. Aufgrund der massiv steigenden Beschwerdezahl muss auch das Berater- und Fallbearbeitungsteam aufgestockt werden. Dazu gibt es bereits Gespräche mit dem Konsumentenschutzministerium und anderen potenziellen Förderern des Projekts.
Quelle: ots

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April 9th, 2009 at 11:23
irgendwer muss ja kapital aus der krise schlagen, wobei meiner meinung nach auch ganz legal die kunden abgezockt werden. siehe die autoindustrie. in den medien geistern zahlen rum das in der ersten woche nach offiziellen start der abwrackprämie bereits 10.000 kaufverträge unterzeichnet wurden. na da schau her…
April 12th, 2009 at 20:00
Ich glaube ehrlich gesagt, dass Betrügereien oder schlechter Service rein gar nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun hat, und umso mehr man über eine Krise spricht, umso mehr redet man sie auch herbei. Diese schwarzen Schafe gab und gibt es leider immer wieder mal.
Die Politiker haben nur jetzt mit der Wirtschaftsgeschichte einen Schuldigen gefunden. Im zweifelsfall liegt eben alles Versagen an der Wirtschaftskrise.
April 13th, 2009 at 10:17
Ihr habt recht, wenn jetzt wo was schief geht ist es automatisch die Wirtschaftskrise, praktisch oder?