Okt
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Die beliebte Kuturhauptstadt Graz wird in der Vorweihnachtszeit zu einer Stadt mit märchenhaftem Zauber. Traditionelle Adventmärkte und Ausstellungen verbreiten weihnachtliche Stimmung und Geselligkeit und locken mit guten Düften und kreativen Geschenksideen.

Mit Graz schäkert der Winter auf ganz eigene Weise. Er kommt und geht und kommt und geht, alles innerhalb weniger Wochen, er neckt die Stadt mit einem frühen Zuckerguss aus Schnee und mit frühlingshaften Tagen, lässt den Frost die Kinder auf der Schlittenwiese in die Backen kneifen und verführt an langen Winterabenden zu Glühwein, Kinderpunsch und Maroni.

Auf die Eiskrippe im Renaissancehof des Grazer Landhauses hat es der Winter ganz besonders abgesehen: Jedes Jahr zu Adventbeginn wird die Krippe aus 50 Tonnen Eis geschnitzt, und als sei es ein besonderer Spaß, schickt er daraufhin gern ein paar frostige Nächte aber manchmal auch schön laue Tage. Macht nichts; so wird den Zuhörern bei den Adventsingen im Landhaushof nicht so schnell kalt, und falls die Krippe zu sehr leidet, übernimmt eine zweite und dritte Figurengarnitur den anspruchsvollen Job der Stimmungsverbreitung.

Was sich liebt, das neckt sich eben; das gilt auch für das Verhältnis der Grazer zu ihrem Winter. Ungleich anderer Städte wird die kalte Jahreszeit nicht einfach hingenommen, sondern willkommen geheißen: Gerade jetzt macht es Spaß, ausgiebig die Stadt zu erkunden, umso mehr, als die Maroni- und Ofenkartoffelbrater, Punsch-, Glühwein- und Glühmostschenken zum vorweihnachtlichen Austausch von Freundlichkeiten verlocken. Jeder Stadtrundgang wird durch wärmende Zwischenstopps rhythmisiert, wer ein Paar warme Stiefel und Lust zum Plaudern oder Flirten hat, sollte sich diese fantastische Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit den Einheimischen nicht entgehen lassen.

Graz hat Zeit, Graz liebt ein Schwätzchen - nicht zuletzt deswegen sind die sommerlichen Gastgärten legendär. Und nicht zuletzt deswegen ist auch der Winter eine Open air-Veranstaltung mit buntem Programm. Nirgends ist das selbige farbenfroher als auf den Plätzen der City: Hier kann man Spielzeug und Glitzerwaren kaufen, Kurioses, Traumfänger und Didgeridoos, Keramik- und Goldschmiedekunst, Christbaumkugeln, Kerzen und anderes Kunsthandwerk, handgefilzte Socken und handgeschöpfte Schokolade bis zu regionalen Spezialitäten wie Kürbiskernöl, Sauvignon oder südoststeirischem Lardo.

Jeder Platz hat sein Thema, seinen Schwerpunkt, den es zu erkunden gilt. Und nebenher kann man mitten in der Stadt Eis laufen gehen, Kerzen ziehen, Kekse backen - das dann aber doch lieber in der warmen Stube, wo sie auch verkostet werden. Kinder sind da erfahrungsgemäß recht engagiert…

Apropos Kulinarik: Der Ausnahmezustand an der Kalorienfront, den Weihnachten auch anderswo bedeutet, ist in Graz das ganze Jahr über in Kraft - immerhin hat sich hier in den letzten Jahren eine regionale Küche entwickelt, die lustvoll aus der eigenen Tradition und der Transfusion aus anderen Gegenden schöpft. Wer sich da durchkosten will, hat ganz schön zu tun. Aber das, versprochen! - mit unendlichem Vergnügen, und die Waage wird in den Schrank gesperrt!

Wer die Vorweihnachtszeit besinnlich angehen möchte, kann im Park von Schloss Eggenberg den Weihnachtswald erkunden, vom Grazer Schlossberg aus die Lichtermeere unter und über sich bestaunen oder sich im Büro für Weihnachtslieder im Grazer Rathaus mit Text- und Notenmaterial eindecken. Die Institution ist kein Kuriosum, sondern eine ernsthafte Unternehmung zur Wiederbelebung einer Advent- und Weihnachtskultur, die sich nicht aufs Abspielen süßlicher CDs beschränkt: Selber singen ist hier Sache. Zur Einstimmung dafür taugen die zahlreichen Grazer Adventkonzerte mit Chören, Bläserensembles, erfahrungsgemäß auch ein Highlight für den mitreisenden Nachwuchs. Dem dürften auch die erlebnisreichen Kindernachmittage auf den Märkten, Programme wie Geschichtenerzähler, der Besuch bei einem traditionellen Schmied, Feuershows und natürlich ein Nachmittag zu Ehren von Nikolaus und Krampus gefallen.
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1 Kommentar

  • Comment by Graz
    Oktober 31st, 2009 at 21:11

    Ein schöner Text. Es gibt einen Weihnachtswald im Schloss Eggenberg? Habe ich tatsächlich noch nie gesehen.

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