Geld, Bankomat- und Kreditkarte, Reisepässe, Führerschein, Schlüssel oder Handy weg? Das ist wohl der Super-Gau im Urlaub. Was ist nun in einem fremden Land mit fremder Sprache zu tun? ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant informiert einerseits über die richtige Vorgangsweise, wenn man bestohlen worden ist und andererseits wie man Diebstahl vermeiden kann.
Bei jedem Diebstahl ist unverzüglich bei der örtlichen Polizei Anzeige zu erstatten. Die Diebstahlanzeige ist für vieles notwendig, wie z.B. für’s Ausstellen eines Notpasses. Wieder zurück in Österreich braucht man die Anzeige für das Beantragen von Duplikaten, für eine neue SIM-Karte oder für Versicherungsansprüche.
* Diebstahl von Personalausweis, Reisepass und Führerschein: Mit der ausländischen Diebstahlanzeige muss man in Österreich eine neuerliche Diebstahlanzeige bei der Polizei machen. Nur mit der Bestätigung der österreichischen Diebstahlanzeige und der sonst noch benötigten Unterlagen werden gestohlene Dokumente bei der jeweiligen Behörde neu ausgestellt. Für die Ausreise aus dem Urlaubsland stellt die österreichische Botschaft bzw. das Konsulat einen zeitlich befristeten Notpass aus. Wo keine österreichische Vertretungsbehörde vorhanden ist, können sich österreichische Staatsbürger auch an die Vertretungsbehörde eines anderen EU-Mitgliedstaates vor Ort wenden. ÖAMTC-Tipp: Kopien der Dokumente mitnehmen und von den Originalen getrennt aufbewahren. Dies erleichtert das Ausstellen eines Notpasses. Bewährt hat sich auch das Einscannen und Übermitteln an eine E-Mail-Adresse. Von dort können die Daten dann herunter geladen werden. Wird der Führerschein gestohlen - darf man ohne weiterfahren? Ja, für einen befristeten Zeitraum darf man zumeist mit der Diebstahlanzeige ein Fahrzeug lenken. Genaue Informationen zur jeweiligen Regelung im Land sind bei der Polizei vor Ort zu erfragen. Wieder in Österreich muss man sich sogleich eine österreichische Diebstahlanzeige holen, mit der man dann maximal vier Wochen bis zur Ausstellung eines Führerscheinduplikats fahren darf.
* Diebstahl von Bank- und Kreditkarten sowie Reiseschecks: Bank und Kreditkartenunternehmen sofort verständigen, um eine Sperre der Karten und Schecks zu veranlassen. Dafür gibt es meist eigens eingerichtete 24-Stunden-Hotlines. Wenn man im schlimmsten Fall wirklich gar nichts mehr hat, an Verwandte und Bekannte in Österreich wenden, die entweder einen Geldtransfer (via Western Union) oder eine Depoterrichtung beim Außenministerium erwirken können (hier erfolgt die Auszahlung via Botschaft). Die österreichischen Vertretungsbehörden geben in der Regel selber kein Geld aus. Nur in absoluten Ausnahmesituationen wird eine rückzahlbare finanzielle Überbrückungshilfe gewährt (gegen Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung). ÖAMTC-Tipp: Alle wichtigen Nummern notieren und am besten in zweifacher Ausführung mitnehmen.
* Diebstahl des Handys: Die SIM-Karte des Handys sofort sperren lassen (über die Servicenummer des Netzbetreibers in Österreich), sonst kann der Dieb auf fremde Kosten rund um die Welt telefonieren. Sicherheitshalber die wichtigsten Telefonnummern extra mitnehmen, denn mit dem Handy verschwinden auch die eingespeicherten Telefonbuch-Einträge.
* Diebstahl von Schmuck, technischen Geräten u.ä.: Der Diebstahl ist so bald wie möglich der jeweiligen Versicherung zu melden, damit die Ansprüche geltend gemacht werden können.
So schützt man sich vor Dieben
“Oft ist leider Leichtsinn der Auslöser von Diebstählen. Meist geht es aber so schnell, dass man nicht mitbekommt, dass man gerade bestohlen wird. Wichtig ist, ein gesundes Maß an Misstrauen, um Schaden zu vermeiden”, rät die ÖAMTC-Touristikerin. Gelegenheit macht Diebe - um Diebstähle zu vermeiden, helfen folgenden Tipps.
* Geld, Bankomat- und Kreditkarten sowie Papiere getrennt und in verschiedenen, verschlossenen (Innen-)Taschen möglichst dicht am Körper tragen.
* Bankomat- und Kreditkartencodes nicht in der Geldbörse gemeinsam mit der Karte aufbewahren.
* Das Hantieren mit größeren Geldmengen vermeiden. Taschendiebe beobachten ihre Opfer.
* “Reichtümer” wie teuren Schmuck und Uhren nicht zur Schau tragen. Elektronische Geräte wie Digital- oder Videokameras am besten in unauffälligen Taschen mitnehmen.
* Größere Geldsummen, Schmuck und Dokumente am besten im Hotelsafe verwahren.
* Nach Möglichkeit, Gedränge an belebten Orten wie z.B. in Kaufhäusern oder an Bahnhöfen vermeiden.
* Im Gedränge, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln, Handtasche oder Rucksack verschlossen vor dem Körper oder fest unter dem Arm tragen.
* Beim Einkaufen keine Tasche oder Geldbörse in den Einkaufswagen legen. Handtasche im Lokal oder in der Strandbar nicht an eine Sessellehne hängen. Taschen allgemein niemals unbeaufsichtigt abstellen.
Wichtige Adressen, wie z.B. die der österreichischen Vertretungen im Ausland und viele weitere Tipps und Infos zu allen Ländern der Welt, gibt es in der ÖAMTC-Länderdatenbank
Quelle: ÖAMTC

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Januar 6th, 2009 at 21:46
Wie bitte vermeidet man Gedränge an Bahnhöfen? Warten bis es Nacht wird?