In welchen Gebieten Ostösterreichs noch Schnäppchen in Sachen Eigentumswohnung, Haus im Eigentum oder Privatgrundstück möglich sind, und wo der Kaufwillige richtig tief in die Tasche greifen muss, hat die österreichische Immobilienplattform Immobilien.net in einer aktuellen Analyse für Ostösterreich untersucht.
Eigentumswohnungen in NÖ: Korneuburg am teuersten
In Niederösterreich sind die Preise für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2008 um zwei Prozent gefallen und liegen derzeit im Schnitt bei 1.426 Euro/m². Die einzelnen Bezirke weisen jedoch große Unterschiede auf. Die mit Abstand teuersten Gegenden waren in den ersten beiden Quartalen 2008 Korneuburg mit 1.786 Euro/m², Mödling mit 1.765 Euro/m² und Wien-Umgebung mit 1.745 Euro/m². Die Bezirke im Speckgürtel von Wien liegen traditionell aufgrund der guten Verkehrsanbindung und damit verbundenen hohen Nachfrage im oberen Preissegment.
Deutlich günstiger sind dagegen Eigentumswohnungen im Waldviertel, wo auch die stärksten Preisrückgänge im ersten Halbjahr 2008 zu verzeichnen waren.
Den stärksten Zuwachs verzeichnet Tulln mit satten neun Prozent. Aber: Tulln liegt mit aktuell 1.362 Euro/m² unter dem Niederösterreich-Durchschnitt. Ebenfalls deutlich zugelegt haben die Bezirke St. Pölten Land (plus sechs Prozent) und Krems-Land (plus vier Prozent).
Leicht steigende Preise im Burgenland
Das Burgenland verzeichnet im Gegensatz zu Niederösterreich leicht steigende Preise für Eigentumswohnungen. Plus drei Prozent haben die Quadratmeterpreise hier im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Eisenstadt und Umgebung (1.332 Euro/m²) und die Seenregion um den Neusiedler See (Neusiedel am See mit 1.438 Euro/m²) zählen zu den teuersten Bezirken des Burgenlands. Am günstigsten ist es dagegen in Jennersdorf, gefolgt von Güssing und Oberpulldorf.
Teures Pflaster Wien
Auch Wien hat preislich zugelegt. Für eine Eigentumswohnung in “sehr gutem” Zustand muss man in der Bundeshauptstadt durchschnittlich drei Prozent mehr als noch im Vorjahr auf den Tisch blättern. Der teuerste Bezirk ist erwartungsgemäß die Innere Stadt (4.586 Euro/m²). Ebenfalls unter den Spitzenreitern liegt die Josefstadt (3.248 Euro/m²). Im Bezirk Döbling muss man mit Preisen knapp über 3.000 Euro/m² rechnen. Am günstigsten erwirbt man in Wien Eigentumswohnungen in den Bezirken Favoriten und Simmering mit rund 1.600 Euro/m², sowie im 15. Bezirk.
Häuser im Eigentum: Stabile Preise in NÖ und dem Burgenland
Die Preise für Häuser im Eigentum blieben im ersten Halbjahr 2008 in Niederösterreich stabil und weisen im Vergleich zum Vorjahr im Median keine Veränderungen auf. Durchschnittlich liegt der Angebotspreis bei 1.592 Euro/m². Doch wie auch bei den Preisen bei Eigentumswohnungen, gibt es auch bei den Kosten für den Erwerb eines Hauses je nach Bezirk in Niederösterreich große Schwankungen. Preis-Spitzenreiter sind erneut Mödling (2.498 Euro/m²), Wien-Umgebung (2.197 Euro/m²), Baden (1.948 Euro/m²) sowie Korneuburg (1.876 Euro/m²). Am günstigsten ist der Hauskauf in Waidhofen an der Thaya (581 Euro/m²), Gmünd (767 Euro/m²) und Horn (875 Euro/m²).
Auch im Burgenland sind die Preise im ersten Halbjahr 2008 stabil geblieben und gegenüber dem Vorjahr nur um ein Prozent gestiegen. Die teuersten Bezirke sind hier Eisenstadt-Stadt mit 1.743 Euro/m² und Neusiedl am See mit 1.663 Euro/m². Am unteren Ende der Preisskala befinden sich Oberpullendorf mit 877 Euro/m² und Güssing mit 978 Euro/m².
Wien verzeichnet im Gegensatz zu Niederösterreich und dem Burgenland einen deutlicheren Preisanstieg bei Häusern im Eigentum von plus acht Prozent, was sich vor allem durch die konstante Nachfrage, aber das geringe Angebot begründet. Vor allen Dingen der 23. Wiener Gemeindebezirk, Liesing, verzeichnet einen Preisanstieg von satten 22 Prozent, liegt mit 3.308 Euro/m² allerdings nur knapp über dem Durchschnittspreis für Häuser im Eigentum in Wien, der sich für das erste Halbjahr 2008 bei 3.157 Euro/m² eingependelt hat. Das “teuerste Pflaster” der Bundeshauptstadt ist der Nobelbezirk Döbling, der elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegt. Hier kostet das Haus im Eigentum 5.563 Euro/m². Günstiger wurde es in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Hier kostet der Quadratmeter Eigentum zwischen 2.425 und 2.481 Euro.
Grundstücke: NÖ-Preise sinken
Wer in Niederösterreich ein Privatgrundstück erwerben möchte, muss im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich weniger tief in die Tasche greifen. Nur die Bezirke Korneuburg, Krems-Land und Horn haben zugelegt. Gefallen sind die Grundstückspreise hingegen in St. Pölten-Stadt, Melk und Mödling.
Das Burgenland verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr im ersten Halbjahr 2008 eine Preissteigerung bei Privatgrundstücken von durchschnittlich neun Prozent. Am oberen Ende der Preisskala finden sich Eisenstadt-Stadt (170 Euro/m²), Neusiedl am See (84 Euro/m²), und Rust (95 Euro/m²). Mit rund 25 Euro/m² deutlich günstiger lassen sich Grundstücke in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf erwerben.
In Wien ist das Angebot an Privatgrundstücken gering und die Preise entsprechend hoch. Ein Grund in Hietzing kostete im ersten Halbjahr 2008 568 Euro/m², es folgen Penzing mit 401 Euro/m², Liesing mit 387 Euro/m² und Floridsdorf mit 369 Euro/m².
Quelle: Immobilien.net
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