Mai
26

Mehr als drei Viertel einen Streik der Ärzte ab. 44 Prozent erwarten sich von der Gesundheitsreform Verbesserungen für Patienten.

Ein Ärztestreik gegen die geplante Gesundheitsreform ist in Österreich nicht gern gesehen: Nach der jüngsten Umfrage von Ökonsult sehen 77 Prozent der Befragten den angedrohten Ärztestreik nicht für angemessen und berechtigt. Nur 23 Prozent der 1149 Befragten haben für eine Arbeitsverweigerung der Mediziner Verständnis. Allerdings hat zuletzt die Ärztekammer signalisiert, unter Umständen ihre Streikdrohungen wieder zurückzunehmen.

Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass es den Ärzten bei den Protestmaßnahmen zum überwiegenden Teil um das eigene wirtschaftliche Fortkommen gehe (66 Prozent), ein Drittel attestiert den Medizinern, dass ihnen vorrangig das Wohl der Patienten am Herzen liege (34 Prozent). Mehr als skeptisch sind die Österreicher auch darüber, dass nahezu alle Ärzte in den meisten Fällen völlig frei von jeglichem Einfluss der Pharmawirtschaft Medikamente verschreiben. Nur 37 Prozent sind dieser Ansicht, 62,4 Prozent glauben dies nicht.
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Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ärzte ganz uneigennützig handeln. Natürlich muss geleistete Arbeit auch entsprechend entlohnt werden. Nur sollte auch darauf geachtet werden, dass Ärzte nicht aus Eigennutz bestimmte Medikamente verschreiben, wenn es gleichwertige preisgünstigere gibt.

Ärztestreik hin oder her, jeder Arzt hat den hippokratischen Eid geleistet und wenn auch nur ein Patient unter dem Streik nicht ausreichend und rechtzeitig behandelt werden kann, sehe ich das als sehr umstritten an.

4 Kommentare

  • Comment by susi
    Mai 26th, 2008 at 21:03

    vollkommen richtig!
    Ich frag mich was wir Patienten tun können, wir sind es die bezahlen, nichts entscheiden können und absolut nicht´s mitzureden haben.

  • Comment by reloaded
    Juni 6th, 2008 at 09:11

    Die im mom geplante Reform ist ein Witz schlecht hin. Ärzte verschreiben grundsätzlich Generika, außerdem überprüfen die Kassen die Verschreibungen. Und gehen wir mal davon aus, es wird nur noch der Wirkstoff aufgeschrieben, wer macht dann das große Geschäft, die Apotheken natürlich, die dann das aufschreiben wo sie den meisten Naturalrabatt abkassieren!! Außerdem sind die Kassen primär nicht du die “hohen” Gehälter der Ärzte verschuldet, recherchier mal wie viel ein Arzt für eine Ordination bekommt… Am sinnvollsten wäre es einen Selbstbehalt einzuführen, damit wäre die Sache gegessen, aber nein, politisch eben nicht durchsetzbar. Außerdem liegt es an den Patienten genau so, oder glaubt ihr wirklich, dass jeder Arztbesuch gerechtfertigt ist???? Und Einzelverträge hätte genau zur Folge, dass die Gehälter noch mehr gedrückt werden, als es eh schon der Fall ist, von dem her: AB ZUM STREIK!!!!!

  • Comment by Wu-Lan-Tong
    Juni 6th, 2008 at 11:09

    Solange bei einem Streik gewährleistet ist, dass niemand durch diesen Streik massiv gesundheitlich geschädigt wird, weil er nicht rechtzeitig behandelt wird, sollen sie streiken.

    Passiert das doch, ist das für mich ganz klar ein Bruch des geleisteten Eides. Und der hat meiner Meinung nach an erster Stelle zu stehen.

  • Comment by Bergsmann
    Juni 10th, 2008 at 21:18

    Ich finde es ist eine Riesenschweinerei, was hier wieder einmal auf dem Rücken der Patienten abgehandelt werden soll! Mir fällt nur ein Zitat von Helmut Zilk dazu ein, der damals beim Streik der Piloten sagte: Österreich ist ein seltsames Land, wo sogar Millionäre streiken!
    Was wird hier bestreikt?
    1. Der Einbruch der Einnahmen, aus der Phatrmaindustrie?
    2. Die Pragmatisierung der Ärzteschaft?
    3. Die Kontrolle der Einnahmen?
    Zu 1. Warum sollte man keine billigeren “Nachbaumedikamente” nehmen, wenn es die Möglichkeit gibt, bzw. diese die selben Eigenschaften aufweisen. Hat es sich bis zur Ärzteschaft noch nicht durchgesprochen, wie leer unsere Kassen sind?
    Zu 2. Worauf wird eine lebenslange Vertragsvergabe begründet? Ist es nicht so, daß im allgemeinen von den Pragmatisierungen abgerückt wird. Anders als eine Pragmatisierung, kann man so einen Vertrag ja wirklich nicht bezeichnen. Es heißt die jungen Kollegen, könnten nicht mehr planen und investieren!?!? Was machen all die anderen NORMALEN Selbsständigen, in Österreich die nicht im Schutz der Ärztekammer stehen, und kein Fixeinkommen aus Kassenverträgen beziehen, wieso können diese investieren? Oder kann ein Arzt nur eine Investition mit doppelten Fangnetz machen? Jeder der sich in Österreich selbsständig macht, muß entweder eine gute Qüalität der Ware, oder eine gute Dienstleistung anbieten um konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben, und um am Markt zu bestehen, Warum sollte das für die Ärzte nicht gelten?
    Zu 3. Hat nicht in der Zwischenzeit jede Branche die Pflicht, ihre Umsätze zu protokollieren, um immer genau nachweisen zu können, wie und wann diese zustandegekommen sind?
    Ich empfinde es jedenfalls als eine Riesenschweinerei, wen der Arzt die Sprechstundenhilfe beauftragt, die Leute anzurufen, um die Termine für nächsten Montag abzusagen, da gestreikt wird. Normal müßte man sofort auf einen anderen Arzt ausweichen, denn alle werden ja wohl diesen Zirkus nicht unterstützen.
    Wieviele Eingriffe wurden in anderen Branchen gemacht, die zum Teil wirklich Existenzbedrohend waren und sind?
    Hat man zu dem lächerlichen Nichtraucherbereich in den Lokalen, irgend was von Streik gehört, und wie schwierig ist diese Durchsetzung für einen Teil der Gastwirte?
    Ich für meinen Teil kann diese Vorgehensweise nicht verstehen und möchte dieses mit meinem Lesebrief auch öffentlich bekunden!

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