Einem der umstrittensten Phänomene der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts, dem Phantastischen Realismus, widmet das
Belvedere eine Ausstellung
“Ja, wenn sie das machen wollen, dann gehen sie doch lieber einen Stock höher zum Herrn Gütersloh”, komplementierte der Akademie-Professor Robin Christian Andersen 1945 seine jungen Studenten Arik Brauer, Ernst Fuch, Anton Lehmden und Wolfgang Hutter aus seiner Klasse.
Die angehenden Künstler hatten so ihre Probleme mit den strengen formalistischen Methoden des dogmenverhafteten Lehrers, dem Zwang zum “Zitterstrich”, der eingeschränkten Farbpalette und der Regentschaft der immergleichen Bildthemen: Porträt, Landschaft und Stillleben, Stillleben, immer wieder Stillleben. Ganz besonders gequält fühlten sie sich von der Vorgabe, die Figur beim Aktzeichnen in ein geometrisches Gerüst einzuspannen. Sie mussten also weg. So gesehen ist auch Andersen, dem die Freiheit der Fantasie alles andere als geheuer war, ein prägende Figur für die späteren “Phantasten” gewesen. Ohne die Steine, die er ihnen in den Weg gelegt hat, wären sie wohl nie geflohen.
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