Mai
14

Diese, wie ich finde, sehr interessante Aktion des Schauspielhauses Graz gebe ich gern hier weiter:

“Sehr geehrte Damen und Herren!
BLOGGT DAS THEATER! Das Projekt BLOGGT DAS THEATER hat sich zum Ziel gesetzt, aus privaten und multimedialen Internettagebüchern (”Blogs”) gesellschaftliche und politische Tendenzen herauszufiltern und diese in Texten für das Theater umzusetzen.

Das Schauspielhaus Graz möchte gerne auch SchülerInnen aus in dieses Projekt miteinbeziehen und sie einladen, sich aus Anlass des tödlichen Angriffs zweier Jugendlicher auf den 64jährigen Bezirkspolitiker Gottfried Natschläger unzensiert und ungefiltert zu diesem Thema zu äußern, was am besten via Weblog geht. Ausgewählte Blogs werden in weiterer Folge als Beiprogramm des internationalen Blogfestivals von 21. bis 23. Mai 2008 im Schauspielhaus Graz präsentiert.

Dazu haben wir dieses Blog erstellt. Jeder Jugendliche kann sich dort einloggen mit
Mitgliedsname: schule08
Passwort: schule08
und hat die vollen Autorenrechte, um seine Meinung zu dem spezifischen Fall bzw. generell über Gewalt und Jugendliche zu bloggen oder andere postings zu kommentieren.

Über das Blogtheaterprojekt ist auf der Webseite Blogtheatre.net mehr zu lesen.

Hier noch ein interessanter Pressebericht zum Thema Jugendgewalt:

Auf der Spur der Jugendgewalt: “Kranke Gesellschaft”
Die Psychologin Elfriede Wegricht bezeichnet Unsicherheit und mangelnde Kommunikation als Wurzeln von Jugendgewalt, aber auch eine “kranke Gesellschaft”.
Eine einzige Ursache für Jugendgewalt gibt es nicht. Der Keim dafür wird aber schon früh in der Kindheit gelegt, ist Pädagogin und Psychologin Elfriede Wegricht überzeugt: Fehlt den Kinder die Familie “als sicherer Ort der Zuflucht, des Rückhalts und der Kommunikation, werden sie unsicher.” Was Unsicherheit und Angst erzeugt, macht auch aggressiv. Aussagen wie “der hat mich blöd angeschaut” sind Zeichen der “Sprachlosigkeit” der Jugend. “Es wird interpretiert, aber nicht mehr kommuniziert”, sagte die Psychologin.

Soziale Unsicherheit oder eine gewaltorientierte Sprache sind ein weiterer Nährboden. Wenn man sich die Brutalität der Jugendlichen im aktuellen Fall ansieht, müsse man sich immer fragen: “Woher kommt der Jugendliche? Was ist ihm passiert? Wie konnte er einen derartigen Gewaltpegel aufbauen?” All diese Fragen müsse man analysieren. “Ich sage schon, dass unsere Gesellschaft eine kranke Gesellschaft ist. Ich will nicht pessimistisch sein, aber die Werthaltung ist oft eine verrückte”, sagte die Psychologin.

Langeweile sei ebenfalls ein wichtiges Thema. “Wenn ich einen Leerlauf habe und mir nichts geboten wird, dann muss diese Fadesse gefüllt werden. Und diese fülle ich mit Blödheit”, sagte Wegericht.

Auch die Diskussion um Videoüberwachung in Schulen sei laut Wegricht eine Auswirkung dessen. “Wir versuchen damit ein Symptom zu bekämpfen. Wir geben ein Pflaster auf das Wimmerl, aber die Ursache wird nicht erforscht.” Das Ganze komme einem Ausdruck von Hilflosigkeit gleich. “Wir sind alles nur Menschen und manchmal ziemlich überfordert”, sagte die Psychologin.
(APA)
Quelle


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