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Am meisten Alkoholiker in NÖ, am wenigsten in Vorarlberg

Innsbruck, Schwarzach - Die österreichischen Bundesländer unterscheiden sich im Alkoholsuchtverhalten deutlich. Nach aktuellen Zahlen dem Tiroler Verein BIN (Beratung, Information, Nachsorge) sind in Niederösterreich die meisten, in Vorarlberg die wenigsten nach Alkohol süchtig.

Tirol liege im unteren Mittelfeld. Dafür sei hier der Unterschied zwischen Männern und Frauen auffällig: Von 30.000 alkoholsüchtigen Tirolern seien 24.000 Männer.

“Zwischen zehn und 15 Prozent der Tiroler konsumieren zu viel Alkohol”, erklärte Univ.-Prof. Christian Haring, Obmann des Vereins am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Gesellschaft sollte kritischer mit diesem Problem umgehen. Wer 60 Gramm Alkohol am Tag trinkt, gefährdet sicher seine Gesundheit, warnte er. Frauen trinken aus Flucht vor der Doppelbelastung Beruf und Familie, wegen Zurückgezogenheit und Einsamkeit. Männer vor allem wegen Stress im Beruf. “Alkohol wird oft als Substanz zum cooling down verwendet”, beschrieb er, “Trinkfestigkeit scheint ein wichtiges männliches Attribut zu sein.”

Die Trinkmenge und die Regelmäßigkeit seien Indikatoren für eine Suchterkrankung. Diese habe unterschiedlich viele Facetten, es sei schwierig, alle Klienten über einen Kamm zu scheren. “Manche trinken schon in der Früh. Manche nur am Wochenende und dann dafür Unmengen”, meinte Haring. Im Durchschnitt würden die Süchtigen, die Hilfe in der Beratungsstelle BIN suchen, 220 Gramm Alkohol am Tag trinken.

Der Verein BIN bietet in Tirol Beratung und Nachsorge an 12 Standorten an. Den Klienten werden in Einzel- und Gruppentherapien behandelt. Fast gleich viel Frauen wie Männer werden in den Stellen beraten. “Frauen tun sich leichter Hilfe zu suchen. Jugendliche kommen auch wenige zu uns. Obwohl immer mehr immer früher zu trinken anfangen”, schilderte Haring.
Quelle

Ich würde gerne nachvollziehen können, wie man auf diese Zahlen kommt. Meiner Meinung nach ist die Dunkelziffer sehr viel höher, als hier genannte Zahlen.
Die Einzelschicksale, die hinter alkoholsüchtigen Familienmitgliedern stecken, Familien und besonders Kinder die unter der Alkoholsucht eines oder beider Elternteile leiden werden wohl nie wirklich in Zahlen genannt werden können.

Trotzdem ist Alkohol immernoch gesellschaftsfähig, obwohl es ein Suchtmittel ist.
Wann lernt man endlich, dass Alkohol nicht weniger böse und gefährlich ist als Zigaretten?

Ich möchte nicht wissen, wie viele Opfer schweigen, weil sie sich schämen Hilfe zu suchen, Schutz vor Gewalttätigkeit durch Alkohol. Ich möchte nicht wissen, wie viele Opfer am Ende selbst zum Alkoholiker werden….

2 Kommentare

  • Comment by Eveline
    März 26th, 2008 at 10:55

    Die Dunkelziffer ist immens hoch…… :sigh:

    Wir liegen ziemlich sehr nahe am Ländle ;)

  • Comment by Karsten
    April 27th, 2008 at 09:21

    Hallo,

    da viele Betroffene der Alkoholsucht selbsr nicht wissen, das sie alkoholkrank sind und glauben, sie trinken normal, ist die Dunkelziffer bei weitem höher.
    Jeder, der regelmäßig Alkohol konsumiert, geht das Risiko ein, abhängig zu werden.
    Lest mal die Lebensgeschichten .
    Keiner wollte mal Alkoholiker werden, aber jeder hat mit einem Glas mal angefangen.

    Gruß
    Karsten

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