Dornbirn - Jeden Tag sind in Österreich durchschnittlich vier Frauen und vier Kinder so schwerer häuslicher Gewalt ausgesetzt, dass sie in Notwohnungen oder Frauenhäuser fliehen.
Dies geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik der autonomen Frauenhäuser Österreichs hervor. „Die Betroffenen haben meist ein jahrelanges Martyrium hinter sich, bevor sie es wagen, um Hilfe zu bitten. Viele kommen durch die Vermittlung der Polizei zu uns, zum Beispiel nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt“, so Tanja Kopf, Leiterin der Notwohnung des IfS in Dornbirn.
Adresse ist geheim
Unter der geheim gehaltenen Adresse der Notwohnung in Dornbirn finden seit fast 20 Jahren misshandelte Frauen und ihre Kinder Unterschlupf, um zur Ruhe zu kommen und der unerträglich gewordenen Situation zuhause zu entfliehen. 75 Frauen und 51 Kinder waren es im vergangenen Jahr.
Quelle und weiterlesen
Warum halten Frauen es oft so lange aus, bis sie endlich Hilfe suchen? Ist da vielleicht auch eine Menge Schamgefühl dabei? Man will es einfach nicht zugeben, man möchte sich niemandem anvertrauen?
Ich befürchte, die Dunkelziffer ist weitaus höher, als man wirklich vermutet. Ich habe es vor einigen Jahren selbst erlebt, mit angehört wie ein Nachbar fast täglich mit Frau und Kindern umgegangen ist.
Gesprächsversuche wurden seitens der Frau komplett abgeblockt, man hatte wirklich keine Chance an sie heranzukommen.
Heile Welt, glückliche Familie wurde vorgespielt, selbst wenn blaue Flecken eine andere Sprache gesprochen haben. Man steht in solchen Situationen wirklich hilflos daneben.
Ja natürlich kann man Ämter informieren. Allerdings bringt das sehr wenig, wenn die Frau auch dann noch den Mann schützt.
Es ist also immer einfach zu sagen, unverständlich dass die Nachbarn nichts bemerkt und unternommen haben. Die Realität spricht da sehr oft eine ganz andere Sprache und man kann froh sein, wenn man nicht direkt gesagt bekommt, man solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.
Kein Kommentar
Kommentieren