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Innsbruck, Tirol, I, Statutarstadt, 575 m, 118.112 Ew. (1981: 117.287 Ew.), 104,89 km2, Landeshauptstadt von Ti., liegt am Inn an der Einmündung der Sill, ist von der N-Kette des Karwendelgebirges (Hafelekarspitze 2334 m, Rumer Spitze 2454 m) im N, von den Vorbergen der Zentralkette (Patscherkofel 2246 m, Glungezer 2677 m) im S umgeben und trennt mit der vorgelagerten Martinswand das Inntal in ein westl. Ober- und ein östl. Unterinntal. Wirtschafts-, Verwaltungs- und kultureller Mittelpunkt Ti., zweisaisonales Fremdenverkehrszentrum (1,347.789 Übern.) und Kongreßstadt; Schauplatz der Olymp. Winterspiele 1964 und 1976.

Katastralgemeinden
Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Igls, Vill. - Sitz der Landesregierung, des Landtags, aller Landes- (-schulrat, -gendarmeriekommando, -forstdirektion, -invalidenamt usw.) und Bez.-Behörden, BH, Oberlandesgericht, Landesgericht und Landesgerichtl. Gefangenenhaus, Sicherheits- und Finanzlandesdirektion, Direktion I. der Post und Telekom Austria AG (Ti. und Vbg.), Bundesbahn- und Bundespolizeidirektion, Militärkommando Ti., Conrad-, Eugen- und Standschützen-Kaserne, Bundesdenkmalamt, Bundesamt für Zivilluftfahrt und für Eich- und Vermessungswesen, Bundesgebäudeverwaltung II, Bundesanstalten für Lebensmitteluntersuchung, Leibeserziehung und veterinärmedizin. Untersuchungen, forstl. Bundesversuchsanstalt, Bundesstaatl. bakteriolog.-serolog. Untersuchungsanstalt, Bundesqualitätskontrolle, Bundesasylamt, Regionalstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Zollamt, Landesgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice, AK, WK, Landarbeiterkammer, Landeslandwirtschaftskammer u. a. Kammern und berufsständische Vertretungen, Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter, Bauern, Angestellten und der gewerbl. Wirt., Sozialversicherungsanstalt der Bauern und der gewerbl. Wirt., Ti. Gebietskrankenkasse, Ö. Ski-Verband, Bischofssitz (Bischöfl. Ordinariat I., Bischöfl. Priesterseminar), Theolog. Konvikt "Canisianum", Jesuitenkolleg und zahlr. christl. Ordensgemeinschaften, verschiedene Religionsgemeinschaften (evang. Pfarramt, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Neuapostol. Kirche, Buddhist. Zentrum, Israelit. Kultusgem.), Zeitungen ("Ti. Tageszeitung", "Ti. Bauernzeitung" usw.), zahlr. Beratungszentren, Leopold-Franzens-Univ., Sommerakad. für bild. Kunst, Abteilung Musikerziehung der Univ. Mozarteum in Salzburg, Biomedizinisches Inst. für Alternsforschung (Ö. Akad. d. Wiss.), FachhochS und weitere wiss. Institutionen; Landeskrankenhaus (Univ.-Kliniken), Militärspital, Sanatorium, Privatklinik, Kinder-, Jugend- und Mädchenheime, Kinderdorf, Caritaszentrale der Diözese, 7 Sozialstationen; Konsulate, Naturopazentrum (Europarat); Kongreßhaus, ORF (Landesstudio Ti.), Ti. Landestheater, Innsbrucker Symphonieorchester, Ti. Volksbühne, Innsbrucker Kellertheater, Theater an der Sill, Bauerntheater, Breinößlbühne, Ti. Puppenspiele, Ti. Landesmuseum Ferdinandeum, Ti. Landeskundl. Museum (Zeughaus), Ti. Volkskunstmuseum, Maximilianeum, Glockenmuseum, Alpenvereinsmuseum, Kaiserschützenmuseum, Bergiselmuseum, Localbahn-Museum, Kunsthalle I., Ti. Kunstpavillon, Stadtturmgalerie, Theresiengalerie, Galerie im Palais Taxis, Schloß Ambras (Kunsthist. Smlg., Gartenanlage); Büchereien, Messegelände (Innsbrucker Frühjahrs- und Herbstmesse), Innsbrucker Kultursommer, Musikmesse, Botan. Garten der Univ., Alpenzoo, Tivoli-Stadion am Bergisel (746 m), Olympia-Sprungstadion (Sprungschanze) und Olympia-Eisstadion (Kunsteishalle, Eisschnellaufbahn), Flugsportzentrum I., Spielcasino; Akad. Gymn., Abendgymn., 3 BG und BRG, BG und BRG f. Berufstätige, BORG, Wirtschaftskundl. RG f. Mädchen der Ursulinen, Schulen der Barmherzigen Schwestern (ORG f. Mädchen, BA f. Kindergartenpädagogik, FachS f. Sozialberufe, Internat), HAK, HBLA f. wirt. Berufe, HBLA f. Mode- und Bekleidungstechnik, HTBL, HLA f. Fremdenverkehrsberufe, 10 BerS, FachS f. Sozialberufe der Caritas, HebammenLA, WaldorfS, Blinden- und SehbehindertenS, SonderS f. Schwerstbehinderte, Mädcheninternat der Don-Bosco-Schwestern, Ausbildungszentrum West f.Gesundheitsberufe, Medizin.-techn. Schulen und Krankenpflegeschulen der Univ.-Kliniken, Berufspädagog. Akad. des Bundes, Pädagog. Inst. des Bundes, Pädagog. Inst. des Landes Ti., Religionspädagog. Inst. der Diözese, VHS, HochgebirgsS Ti., BergsteigerS des Ö. Alpenvereins; Stadtwerke mit den Laufkraftwerken Mühlau (err. 1951, 5,8 MW), Unteres Sillwerk (err. 1966, 28 MW), Oberes Sillwerk (err. 1903, 17,0 MW); Haupt- und Westbahnhof, Flughafen I.-Kranebitten, Olymp. Dorf, Hungerburgbahn (Standseilbahn auf die Hungerburg, 868 m), Nordkettenbahn (Gondelbahn auf Seegrube und Hafelekarspitze, Bergstation 2269 m), Muttereralmbahn (Gondelbahn auf die Mutterer Alm, 1608 m).

 

Wirtschaft
66.731 Beschäftigte (1991), davon rd. 83 % im Dienstleistungssektor (v. a. persönl., soz. und öffentl. Dienste, Handel, Geld-, Kredit- und Versicherungswesen); in den letzten Jahren wurden zahlr. Ind.-Betriebe in Umlandgem. ausgesiedelt, die Ind.-Zone befindet sich heute in der Rossau im O der Stadt; Hauptzweige: Brauereien, Metallverarbeitung, Maschinenbau, etwas chem. Ind. (Laminate), Erzeugung von Baustoffen, Seifen, Nahrungsmitteln (Mehl, Speiseöl), alkoholfreien Getränken, Textilien (Hemden, Loden), Futtermitteln; Holzverarbeitung, Elektroind. (Steckdosen), Druckereien, Bauwesen.

Geschichte
Aus dem Stadtgebiet von Innsbruck stammen archäolog. Funde aus allen Epochen der Urgeschichte seit der Jungsteinzeit. Das I. Becken weist eine Siedlungskontinuität von 3000 Jahren auf (vorröm. Ortsnamen, Urnenfeldergräber in Wilten, Amras, Hötting und Mühlau). Die Römer bauten 46/47 n. Chr. die Via Claudia Augusta und legten die Zivil- und Militärsiedlung Veldidena an. Aus dieser entstanden im MA Dorf und Kloster Wilten (1138 Prämonstratenser). Um 1165-70 errichteten die bayer. Grafen von Andechs unterhalb Hötting eine Marktsiedlung, ließen eine Brücke über den Inn schlagen (1167/83 Name Inspruk), erwarben 1180 das Areal südl. davon und legten dort die Altstadt an, die um 1187/1204 zur Stadt aufstieg. 1263 gelangte I. an die Grafschaft Ti., 1363 an die Habsburger, wurde 1420 Residenz und Zentrum des Landes und erhielt, bes. unter Maximilian I. (Goldenes Dachl), zur Zeit Ferdinands I. (Hofkirche), Erzhzg. Ferdinands II. (Schloß Ambras), Erzhzg. Leopolds V. (Opern- und Schauspielhaus) und in der Barockzeit (Hofburg, Landhaus, Umgestaltung des Doms) bed. Bauwerke. In der Zeit der Gotik prägte die Familie Türing, in der Barockzeit die Familie Gumpp das Stadtbild. 1669 wurde die Univ. gegr. (1810-26 aufgehoben). Seit dem Bahnbau (1856-58 von München, 1864-67 über den Brenner nach Bozen, 1882-84 über den Arlberg) entstanden Textil- und Lebensmittelbetriebe, E-Werke, neue Stadtviertel beiderseits der Maria-Theresien-Straße und nördl. des Hofgartens mit vielen Hotels, öffentl. Bauten und Wohnstraßen. Seit der Mitte des 19. Jh. planmäßige Verbauung der Stadtteile Saggen (N) und Pradl (O) sowie des Univ.-Viertels. 1904 wurden Pradl und Wilten eingemeindet, 1938 Hötting, Mühlau und Amras, 1940 Arzl und 1942 Vill und Igls. Von Dez. 1943 bis April 1945 erlebte die Stadt 21 Bombenangriffe und erlitt schwere Schäden. Im Zuge des Wiederaufbaus entstanden seit 1948 neue Stadtteile, die Initiativen fanden 1964 mit der Verleihung des Europapreises Anerkennung. Die 60er und 70er Jahre sind als Phase der Stadterweiterung zu bezeichnen, die durch den Bau der beiden Olymp. Dörfer gekennzeichnet war. Aufgrund der Lage in einem Talkessel extreme Baulandknappheit, daher bestanden bald kaum noch Möglichkeiten zur weiteren Expansion. Das letzte größere Wohnbauprojekt war die Peerhofsiedlung (ca. 500 Wohnungen, 1985-90); heute kaum soz. Wohnbau, starke Suburbanisierungstendenzen, Bautätigkeit bes. im Umland (Bez. I.-Land, starke Bevölkerungszuwächse in den Gem. Rum und Völs). Da relativ wenig alte Bausubstanz existiert, gibt es nur geringen Sanierungsbedarf. Der städtebaul. Trend geht zur innerstädt. Verdichtung durch Anbauten. Basis der Entwicklungsplanung ist das Stadtentwicklungskonzept von 1980 (Fortschreibung 1983/84) mit bes. Schwergewicht auf Umweltschutzmaßnahmen, Steigerung der Lebensqualität und Optimierung des Stadtverkehrs (Verkehrskonzept 1989/90).

Bauten
Innsbruck konnte trotz mehrerer Brände und der Kriegsschäden seine Baudenkmäler weitgehend erhalten. Bei der Innbrücke steht die sog. Ottoburg (erbaut um 1495), daneben das Alte Regierungsgebäude mit dem Claudiasaal, gegenüber die ehem. Burg der Andechser und der Gasthof Goldener Adler. An der Herzog-Friedrich-Straße mehrere Bauten mit Lauben, u. a. Goldenes Dachl (mit Museum Maximilianeum), Helblinghaus, Katzunghaus mit Reliefs (16. Jh.), Altes Rathaus (1358 erbaut, 1543 und 1691 umgestaltet) mit dem 1442-50 erbauten Stadtturm, Kohleggerhaus mit Fresken (15. Jh.). Das Trautsonhaus (1541) ist neben dem Deutschordenshaus (urk. 1453, Neubau 1530-34) der bedeutendste Profanbau aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaiss. Das Burgriesenhaus ließ Erzhzg. Sigmund 1487-90 erbauen. Die Domkirche (ab 1643 Pfarr-, seit 1964 Bischofskirche) wurde auf roman. und got. Vorgängerbauten 1717-24 von J. J. Herkommer errichtet; Fresken von C. D. Asam und Stuck von E. Qu. Asam, im Hochaltar Gnadenbild Mariahilf von L. Cranach d. Ä., Grabmal Erzhzg. Maximilians III. († 1618) und Erzhzg. Eugens († 1954). Der Dom, am 16. 12. 1944 schwer beschädigt, wurde 1946-50 rekonstruiert sowie 1974 außen und 1990-93 innen generalrenoviert; daneben Landesregierung und Kongreßhaus (ehem. Hoftheater Dogana, Univ.-Bibl.); gegenüber Landestheater (1844-46) und Stadtsaal. Am Rennweg der Hofgarten (seit 1402), ORF-Landesstudio (1969-71) und Station der Hungerburgbahn, dort Panoramahaus (1907) mit Rundgemälde der 3. Bergiselschlacht 1809. Neben der Hofburg und dem ehem. Adeligen Damenstift steht die Hofkirche mit dem Maximiliansgrab, im ehem. Kloster (bis 1775 Franziskaner, dann Theresian. Ritterakad., Theolog. Seminar und bis 1910 Gymn.) befindet sich das Ti. Volkskunstmuseum, in der Universitätsstraße das 1562 erbaute, 1643 und 1672/73 vergrößerte Jesuitenkolleg (seit 1773 Univ., jetzt Theolog. Fakultät) und das Akad. Gymnasium. Die Jesuitenkirche wurde 1627-40 erbaut, 1946-53 wiederhergestellt; Gruft für Erzhzg. Leopold V. und Claudia von Medici; daneben die Palais Tannenberg-Enzenberg (um 1720) und Pfeiffersberg (jetzt Jesuitenkonvikt). In der Museumstraße Ti. Landesmuseum Ferdinandeum (Landeskundl. Abteilung im Zeughaus Maximilians I.); in der Maria-Theresien-Straße Rathaus (im 18. Jh. aus 3 got. Häusern vereinigt), Landhaus (1725-29, neuer Teil 1938/39) mit Palais Fugger-Taxis (ab 1679), Palais Trapp (um 1700) und Troyer-Spaur (1681-83). Servitenkirche mit Kloster (1620-26) und Spitalskirche (1700/01). Südwestl. gegen den Inn öffentl. Bauten (Gerichte, Allg. Landeskrankenhaus, Kliniken, Schulen, Univ.). Im S Wilten mit Basilika (1751-55) und Prämonstratenserkloster, anschließend Bergisel mit Sprungschanze (1976). Im Ortsteil Amras Schloß Ambras. In Hötting Ansitz Lichtenthurn (1588), Schloß Büchsenhausen, 1641 aus 2 Renaiss.-Häusern entstanden, spätgot. Schlößchen Weiherburg (urk. 1470).

Denkmäler
Triumphpforte zur Erinnerung an die Vermählung Leopolds II. mit Maria Ludovika von Spanien (und Tod Franz´ I.), Annasäule (1707) zur Erinnerung an die Abwehr der Bayern 1703, Leopoldsbrunnen (1621), Rudolfsbrunnen (1877), Befreiungsdenkmal (1948), Erzhzg.-Eugen-Denkmal im Hofgarten, Andreas-Hofer-Denkmal auf dem Bergisel.

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