Jan
07

Zeitlicher Überblick
Seit dem Mittelalter gehörte Südtirol, das Tiroler Etschland, als südlicher Teil von Tirol zum Habsburgerreich.

1805: Südtirol geht mit dem Machtantritt Napoleons an das Königreich Italien über.
1815: Südtirol kommt wieder zu den Habsburgern.
1918: Nach dem ersten Weltkrieg wird Südtirol Teil von Italien.
1939: Während des Faschismus wird in einer Vereinbarung zwischen Hitler und Mussolini die Übersiedlung derjenigen Südtiroler nach Deutschland beschlossen, die für die deutsche Staatsbürgerschaft votiert haben.
1946: Die Vereinbarungen De Gasperi-Gruber garantieren den Schutz der Sprach- und Verwaltungsautonomie Südtirols.
1948: Südtirol konstituiert gemeinsam mit dem Trentino die Autonome Region Trentino-Alto Adige.
1953: Extremistische Gruppen der Südtiroler nationalistischen und separatistischen Bewegung eröffnen eine Phase von Terrorattentaten, die zu einer heiklen internationalen Kontroverse zwischen Italien und Österreich führt.
1969: Nach langen Verhandlungen vereinbaren die beiden Länder ein "Paket" von weiteren Maßnahmen, um die Autonomie und Verwaltungskompetenzen der Provinz Bozen zu erweitern.
1992: Die italienische Regierung stimmt den letzten noch fehlenden Vorschriften zur Umsetzung zu. Das "Paket" wird definitiv als abgeschlossen betrachtet.

Bedeutung und Ursprung der Flagge
von Mirko Costa, Bruneck, Südtirol
Das Land Südtirol hat im Sinne des Neuen Autonomiestatutes (Art. 3) das Recht, neben einem eigenen Wappen, auch ein eigenes Banner zu führen. Das Landeswappen ist bereits 1983 genehmigt worden, das Banner erhielt hingegen erst im Herbst 1996 die endgültige Zustimmung der zuständigen römischen Stellen und ist auf Antrag der Südtiroler Landesregierung (einstimmiger Beschluss vom 7. Oktober 1996) am 21. November 1996 mit Dekret des Staatspräsidenten genehmigt worden. Das Banner ist in der Mitte mit dem Landeswappen belegt.
Historische Erklärung:
Die Farben weiß-rot der alten Tiroler Landesfahne und des Banners für Südtirol sind, wie es auch anderswo häufig vorkommt, den Farben des alten Tiroler Landeswappens entnommen. Das alte Tiroler Landeswappen „roter Adler auf silbernem (weißem) Grund" ist in Abbildungen seit 1271/1286 farbig überliefert. Als älteste Darstellung gilt das Fresko in der Kapelle von Schloss Tirol aus der Zeit von 1271 bis 1286. Eine Beschreibung mit Angabe der Farben ist im Wappengedicht (Clipeus Teutonicorum) des Domherren Konrad on Mure, das um 1250 entstanden ist, enthalten: „Fert aquilam Tyrolis clipeus prestante rubore, que nigri pedis est alias albente colore" (Das weiße Schild Tirols führt einen Adler von hervorstechender roter Farbe und schwarzen Füßen). Zum Unterschied dazu war es seit dem 14. Jahrhundert üblich, die Fänge und die Waffen des Adlers golden zu tingieren. Die rot-weiße Fahne (ohne Wappen) wird alternativ verwendet. Bei Festtagen wird auch die Nordtiroler Fahne verwendet (Fahne Tirols) um den Zusammenhalt und das historische Zusammengehörigkeitsgefühl Tirols wiederzuspiegeln, das 1919 geteilt wurde. Südtirol wurde von Italien annektiert und das deutschsprachige Volk jahrzehntelang unterdrückt. Nun hat es eine sehr starke weitgehende Autonomie, die dem Ziel der Selbstbestimmung nahe kommt, welches sich die Südtiroler auf die Fahne geschrieben haben. Des Weiteren wird auch die Schützenfahne gehisst: Tiroler Fahne mit grüner statt roter Farbe. Weitere Daten finden sie unter Link extern Südtiroler Bürgernetz

Länderkunde
Südtirol – im engeren Sinne das von der Etsch, dem Eisack und der Rienz durchflossene, seit 1919 italienische Gebiet Alto Àdige (Oberetsch), mit Ortler und Dolomiten; im weiteren Sinne das ganze südlich vom Brenner und Reschenscheideck liegende Gebiet des ehemaligen österreichischen Kronlands Tirol.

Geschichte
Nach dem Aufstand A. Hofers (1809) wurde zum erstenmal der südlich vom Brenner gelegene Teil von Tirol abgetrennt und kam zu Italien (bis 1814/15). Die Angliederung Südtirols gehörte seitdem zu den Forderungen der italienischen Irredenta. Im Frieden von Saint-Germain 1919 kam das überwiegend deutsch besiedelte Land an Italien. Während der faschistischen Herrschaft wurde die Italianisierung Südtirols planmäßig betrieben. Das Umsiedlungsabkommen von 1939 beließ Südtirol bei Italien; es gab der deutschen Bevölkerung die Möglichkeit zur Option für das Deutsche Reich (Umsiedlung). Dieser Vertrag wurde rückgängig gemacht durch das Gruber-de-Gasperi-Abkommen 1946, das Bestandteil des Friedensvertrags der Alliierten mit Italien wurde. Es gestattete den Optanten die Wiedererwerbung der italienischen Staatsangehörigkeit und sollte die völlige Rechtsgleichheit der deutschen und der italienischen Südtiroler sowie die Zweisprachigkeit in Verwaltung, Schule und Gerichten sicherstellen. Die Zusammenlegung der beiden Provinzen Bozen (überwiegend deutsch) und Trient (rein italienisch) zur autonomen Region Trentino-Alto Adige und die Übertragung der entscheidenden Befugnisse an die Region statt an die Provinzen ließen das Gruber-de-Gasperi-Abkommen nicht zu befriedigendem Funktionieren kommen, 1961 brachte die österreichische Regierung das Problem vor die UN. Die 1961 eingesetzte „Neunzehnerkommission" erarbeitete die Grundlagen für das mit Österreich zustande gekommene „Südtirolpaket", dem am 21. 10. 1969 die Südtiroler Volkspartei, am 4. u. 5. 12. 1969 die Häuser des italienischen Parlaments und am 16. 12. 1969 der österreichische Nationalrat zustimmten. 1992 bestätigte Österreich völkerrechtlich verbindlich, dass alle vereinbarten Maßnahmen von der italienischen Regierung durchgeführt seien.


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